Den ganzen Dienstag über hatten wir geräumt, gepackt, Fahrräder überprüft und uns gedanklich auf die Reise eingestellt. Dann schließlich, um 21:10 war es so weit – wir machten uns auf zur S-Bahn. Wir wollten frühzeitig dort sein, um uns unnötige Hektik zu ersparen. Am Bahnhof angekommen jedoch verriet ein Blick auf die Anzeige, dass wir uns eine Viertelstunde mehr Zeit hätten lassen können – so viel Verspätung hatte die S7 schon lange nicht mehr. Anscheinend hatte der 3 Stunden zuvor über München West herabgegangene Hagelschauer doch einiges mehr an Bahnchaos angerichtet als über den per Mail abbonierten Störungsmelder zu uns durchgedrungen war. Da wir in weiser Vorraussicht aber eh eine S-Bahn früher dran waren, hatten wir trotzdem noch ausreichend Zeit, zum Zug zu kommen. Trotz – oder gerade wegen – der langen Wartezeit hatten Max und ich in Ottobrunn vergessen zu stempeln, holten das in Neubiberg aber schnell noch nach und konnten dann entspannt die Fahrt zum Hauptbahnhof genießen. Urlaub!
Am Hauptbahnhof konnten wir gleich ausprobieren, ob wir noch – wie letztes Jahr in Österreich – mit Fahrrädern samt Satteltaschen die Rolltreppen hinaufkamen. Es ging und so waren wir eine gute halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges am Gleis. Die Reservierungen für die Räder und uns raussuchen… nachsehen, wo die richtigen Wagen halten werden… dort hinlaufen und schon fährt der Zug ein. Etwas kompliziert wurde es noch, als wir unsere Drahtesel in den doch etwas eng bemessenen Stellplätzen unterbringen sollten, doch auch das klappte schließlich und wir konnten unser Abteil beziehen. Da uns dankenswerterweise trotz Viererbelegung im Abteil 6 Garnituren Bettzeug bereitgestellt worden waren, konnten wir noch das ein oder andere eklig wirkende Kissen austauschen, gingen noch Zähneputzen und legten uns dann bald schlafen.
Die Nacht im Zug war nicht das, was ich als erholsam bezeichnen würde. Die Klimaanlage konnte man nicht drosseln, sondern nur die Richtung verstellen, in die sie pusten sollte. Ein bisschen kühl und windig, diese Nacht. Um Viertel nach 6 wurden wir etwas unsanft von einem Piepton geweckt, konnten aber noch ein bisschen weiterdösen, da die Ankunft unseres Zuges in Amsterdam erst für 9:00 Uhr geplant war.



