Jetzt wird es langsam Zeit, wieder aus Berlin zu berichten. Ich habe seit meinem letzten Eintrag soo viel erlebt, dass ich es wahrscheinlich gar nicht alles unterbringe in diesem Blogeintrag.
Am Sonntag war ganz wunderbares Wetter, also bin ich nach dem Frühstück erstmal los, die Stadt erkunden. Als erstes ging ich zum Fernsehturm und zum Alexanderplatz, dann vorbei am Roten Berliner Rathaus weiter ins Nikolaiviertel, in dem hübsche alte Gebäude, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, wieder aufgebaut wurden. Am Brunnen vor der Nikolaikirche setzte ich mich eine Weile in die Sonne und sah den Menschen beim Stadt anschauen zu. Das ist auch mal schön, in einer Stadt Zeit zu haben und nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hüpfen zu müssen, um alles zu sehen.
Anschließend wollte ich noch in der Dorotheenstraße 101 – wo Tonis Büro ist – vorbeischauen, damit ich am Montag nicht so lange suchen musste. Eigentlich war es aber ganz leicht zu finden, nur ein bisschen weit zu laufen und so setzte ich mich danach auf den Stufen vor dem Reichstag ein bisschen hin um mich auszuruhen. Es war Tag der offenen Tür und ich überlegte, ob ich schonmal reinschnuppern sollte. Doch angesichts der Tatsache, dass draußen schönes Wetter und drinnen – der Schlange nach zu urteilen – viele Leute waren entschied ich mich dagegen. Ich saß noch eine ganze Weile draußen auf den Stufen und genoss den sonnigen Tag. Zweierlei Künstlergruppen konnte ich von dort aus auch ganz gut anschauen, vier Mädls, die Choreografien tanzten und Beat ‘n Blow – eine Band aus Trommlern und Bläsern, die für ziemlich Action sorgte.
Abschließend machte ich noch einen Abstecher zum Hauptbahnhof, um mich wegen einem BVG-Monatsticket zu informieren und lief anschließend nach Hause.
Am Montag begann dann mein Praktikum, als ich dort ankam sah ich Toni schon im Flur stehen, wo er ein Interview für den ndr gab. Dort durfte ich gleich ein bisschen mitlaufen, allerdings musste ich ziemlich aufpassen, dass ich nirgends im Bild zu sehen war. Gar nicht einfach. Am ersten Tag durfte ich Toni auf Schritt und Tritt folgen, was mir einen interessanten Einblick in seinen Tagesablauf gab. Ein dicht gedrängter Terminkalender – bis auf eine halbe Stunde Mittagspause war ich von 9:00 bis 18:30 Uhr durchgehend beschäftigt. Toni sogar noch länger. Er hatte vor mir angefangen und anschließend noch einen Abendtermin.
Am Dienstag durfte ich das Plenum auf der Besuchertribüne verfolgen. Im Vergleich zum Bayerischen Landtag ist es um einiges umständlicher dort hineinzukommen. Während es daheim in München genügt, dass ich im Gebäude bin, um auf die Besuchertribüne zu kommen, muss ich für den Bundestag neben meinem Hausausweis eine extra Einlasskarte haben, die mir die Fraktionsgeschäftsstelle ausstellt und darf auch dann nur zeitlich begrenzt bleiben.
Neben den Sitzungen habe ich auch schon ein bisschen recherchiert und angefangen, zwei Texte zu schreiben. Morgen darf ich nochmal ins Plenum, mal sehen was da passiert.
Abgesehen vom Praktikum habe ich mich inzwischen ganz gut hier in Berlin eingelebt, gestern war ich zum ersten Mal abends unterwegs. Am Alexanderplatz war die Auftaktveranstaltung fürs Oktoberfest. Mit vielen Promis. War aber ein bisschen fad, viele sind einfach nur zum Essen gekommen und dann gleich wieder gegangen. Und so richtig Stimmung ist auch nicht aufgekommen unter den ganzen Anzugträgern. Und trotzdem wars irgendwie lustig, ich war mit einer Kollegin dort und Toni hat auch noch kurz vorbeigeschaut.
Heute war ich auf der großen Anti-Atom-Demo hier! Aber davon morgen mehr!