Tag 14: 07.09.2010 (Amsterdam)

Über Nacht hatte es zu regnen begonnen und so beschlossen wir, uns für den heutigen Tag eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen. Unser erstes Ziel war das NEMO Science Center, ein riesiges Museum voll mit wissenschaftlichen Versuchen für Kinder, zum Entdecken und Spielen. Leider klappte es aber nicht so, wie es sollte, denn die meisten Kinder liefen nur durch und drückten alle Knöpfe und wenn nicht sofort etwas auffälliges passierte, rannten sie weiter. Irgendwie schade, denn die Versuche waren toll ausgedacht, aber in dem Museum waren einfach zu viele Kinder und es war zu hektisch und vielleicht wäre es auch gut gewesen, an manchen Stellen Anleiter zu haben, die den Kindern bei den Versuchen helfen. So war es einfach nur ziemlich laut und ich hatte kaum die Ruhe, mir die Versuche ordentlich anzuschauen. Trotzdem waren wir, bis wir alles gesehen hatten, immerhin 3 Stunden drin. Auch hier galt die Museumkaart, wodurch wir die 12,50€ Eintritt sparten.

Anschließend fuhren wir mit der Metro raus nach Amstelveen, wo wir ins CoBrA-Museum gehen wollten. Dort waren Werke einer Künstlergruppe ausgestellt, die aus Kopenhagen, Brüssel und Amsterdam kam. Sehr schöne, moderne Kunst, teilweise sehr farbenfroh, was mir gut gefällt.

Wieder in die Stadt zurück fuhren wir mit der Tram, um ein bisschen mehr von der Stadt zu sehen. Danach gingen wir noch ein bisschen spazieren, und dann essen im indonesischen Restaurant “Bojo”.

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Tag 13: 06.09.2010 (Amsterdam)

Auch heute fuhren wir wieder mit dem Rad durch Amsterdam, zuerst zur Hermitage, wo Kunstwerke von Matisse, Picasso, Kandinsky und einigen weiteren ausgestellt waren. Wir fuhren weiter durch die Stadt, zum Rembrandthaus, das Friederike sich ansah, während wir anderen draußen auf einer Bank saßen und die Sonne genossen.

Anschließend fuhren wir zum Dam, dem großen Platz vor dem königlichen Palais, und sahen uns die ebenfalls dort gelegene Nieuwe Kerk an. Die Kirche wird nicht mehr als solche benutzt, sondern nur noch für Kunstausstellungen und Antiquitätenmessen. In der ganzen Kirche war ein Baugerüst aufgestellt, das man betreten konnte, und auf dem von oben begehbar – nach unten ragend – eine Art Haus mit sehr verwinkelten, hohen und bunt gestrichenen Räumen und vielen Türen und Fenstern aufgebaut war – eine Kunstinstallation. Ich fand eine Weile die Idee schön, das Gerüst, das wohl für Restaurationsmaßnahmen aufgebaut war, für Kunstinstallationen zu nutzen. Allerdings wollten sich partout keine Restaurationsmerkmale zeigen. Schließlich las ich, dass das Wahnsinns-Gerüst einzig und allein für die Kunstinstallation aufgebaut war bzw. Teil davon war, was mir irgendwie einen Teil meiner Freude genommen hat.

Wir saßen noch eine ganze Weile am Dam herum, begutachten einige Straßenkünstler. Einen Gorilla, einen Zauberer und einen Wassermann, wie sich nach und nach herausstellte wohl aus ein und derselben Zigeunerfamilie. Die Figuren machten eigentlich nichts weiter als Touristen anzulocken, damit diese ein Foto mit ihnen machten. Irgendwie gefallen mir die lebenden Stauen daheim, die sich gar nicht bewegen bis jemand ihnen Geld hinwirft, besser.

Wir hatten im Reiseführer vom “Szeneviertel” Jordaan gelesen und wollten es uns noch ansehen bevor wir uns entweder dort oder woanders etwas zu essen suchten. Wir fuhren durch die wichtigsten Straßen des Viertels eine Runde und bemerkten, dass es hier zwar nicht so touristisch ist wie in den übrigen Bezirken, dafür ziemlich schick und deswegen auch teuer. Irgendwie fanden wir dann doch einen bezahlbaren Italiener und aßen dort in einem schön dekorierten Restaurant gute Pasta.

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Tag 12: 05.09.2010 (Amsterdam)

An unserem zweiten vollen Tag in Amsterdam brachen wir nach dem Frühstück auf ins Stedelijk-Museum für Moderne Kunst. Am Eingang erklärte uns eine sehr freundliche Museumswärterin, dass das Museum zur Zeit umgebaut werde, dass deswegen die ganzen Ausstellungsstücke weggeräumt seien, dass aber trotzdem sehr schöne temporäre Kunst ausgestellt sei. Wir gingen trotzdem rein und fanden eine sehr schöne Ausstellung vor, verschiedenste Installationen, die sich alle irgendwie mit dem Thema Zeit und Vergänglichkeit auseinandersetzten. Highlights, die mir besonders gut gefallen haben, waren ein riesiges bodenfüllendes Mandala aus Sand und 2 Künstlerinnen, die auf Band aufgenommen hatten, wie sie selber Vogelstimmen nachmachten – bei genauerem hinhören konnte man die Namen berühmter Künstler erkennen. Außerdem saß ich ewig in einem Raum, in dem ein Mann und eine Frau immer abwechselnd auf Englisch Jahreszahlen im Bereich um die 916.300 B.C. vorlasen. Die Installation hieß “One Million Years”. Ich konnte mich lange nicht losreißen, weil ich die ganze Idee so verrückt und auch lustig fand.

Nachdem wir fast 3,5 Stunden in dem Museum verbracht hatten, gingen wir zurück zum Hotel, um unsere Fahrräder zu holen. Wir hatten die unmittelbare Umgebung schon zu Fuß erkundet und wollten noch mehr von Amsterdam sehen. Wir fuhren Richtung Stadtzentrum, besichtigten die Oude Kerk von innen und fuhren auf dem Weg zur neuen Kirche “Nieuwe Kerk” aus Neugier kurz durchs Rotlichtviertel. Die Kirche wurde gerade geschlossen, also verschoben wir unseren Besuch dort auf einen der anderen Tage und gingen stattdessen eine kurze Runde durchs pompöse Einkaufszentrum “Magna Plaza”.

Abends kehrten wir im tibetanisch-nepalesischen Restaurant “Sherpa” ein, das insgesamt sehr nett war. Es bedienten uns ein etwas älterer Mann und ein jüngerer, der wohl etwas um die 20 Jahre alt war. Das Essen war gut und danach hielt uns der Jüngere spontan noch einen kurzen Vortrag über Tibet und Nepal, indem er uns erklärte, was im Detail auf den Bildern an der Wand zu sehen war.

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Tag 11: 04.09.2010 (Amsterdam)

Die Nacht im Hotel war erstaunlich ruhig, das Frühstück dagegen die reinste Massenabfertigung. Für mich war das ein bisschen viel Stress am frühen morgen. Das Sortiment war in Ordnung – fast das gleiche wie in den Jugendherbergen.

Nach dem Frühstück besuchten wir zuerst das Rijksmuseum, dann das Van Gogh Museum. In beide konnten wir mit unserer Museumkaart umsonst rein, im Van Gogh Museum mussten wir sogar nicht mal warten. Die Museumkaart lohnt sich als Anschaffung, wenn man ein paar Museen besichtigen will, die einzelnen Eintrittspreise bewegen sich zwischen 7€ und 10€, da sind 25€ schnell “abgearbeitet”. Wir gingen noch ein bisschen in der Stadt spazieren und sahen an einem Kanal diversen Schiffen zu, wie sie um eine schwierige Kurve fuhren und dabei oft nur haarscharf ohne Unfall davonkamen.

Abends aßen wir in einem Restaurant, das typisch holländische Küche anbot – “De Blauwe Hollander”. Wir aßen ein laut Karte typisch holländisches Gericht: Stamppot. Kartoffelbrei mit einem Gemüse vermischt und serviert mit entweder Fleisch oder Käsekroketten für Vegetarier. Die vegetarische Variante wurde serviert übergossen mit zerlassener Butter, was das ganze zu einer fettigen Angelegenheit machte. Aber das Prinzip ist eigentlich ganz gut und auch eine Idee für die schnelle Küche daheim.

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Tag 10: 03.09.2010 (Hoorn -> Amsterdam)

Das Frühstück im Hotel war gut, es gab Müsli und Brot, insgesamt auch eine relativ gute Auswahl und die Herbergsleute kümmerten sich lieb um uns, dass wir auch alles bekamen, was wir wollten. Das Hotel scheint auch von einer Familie betrieben zu werden. Ein ganz nettes Hotel. Wir packten ein weiteres Mal unsere Taschen und machten uns auf auf die letzte Radletappe unserer Hollandreise, heute abend hatten wir in Amsterdam reserviert

Abwechselnd auf dem Deich und durch kleine Ortschaften fuhren wir Richtung Amsterdam, machten auf einer Picknickbank kurz Pause und aßen unsere gesammelten Restchen an Brotzeit. Danach gelangten wir recht zügig in die Peripherie von Amsterdam, fuhren eine Weile an der Stadt entlang, damit wir einen möglichst kurzen Weg zum Hotel fahren konnten. Schließlich kamen wir zu einer Fährenanlegestelle und wollten nicht glauben, dass wir nicht auf einer Brücke ins Zentrum kamen. Wir dachten, dass die Fähre etwas kostete und suchten so zunächst nach Alternativen. Doch wir fanden weit und breit keine Brücke. Schließlich zeigte uns eine Frau – wieder ungefragt – ob wir zum Zentrum wollten. Dann zeigte sie uns einen Weg, der auch wieder zu einer Fähre ging. Es gab aber nirgends eine Möglichkeit, zu bezahlen und so vermuteten wir, dass es umsonst war. Wir fuhren hinüber und waren – recht plötzlich – mitten im Zentrum. Mitten zwischen gefühlten 1000 Radfahrern im hektisch-chaotischen Stadtverkehr. Ein paar knapp verhütete Unfälle später – ich wünschte mir ein großes “Learner”-Schild – waren wir dann am Hotel.

Wegen zahlreicher schlechter Erfahrungsberichte aus der Jugendherberge hatten wir uns im “Hotel Inner Amsterdam” einquartiert, das kaum teurer war. Leider war es aber auch vom Charme sehr jugendherbergsmäßig. 84 Zimmer mit durchschnittlich 4 Betten. Die einzelnen Zimmer – gerade so groß wie unbedingt nötig – gestrichen in einem Ton zwischen grau und braun glichen eigentlich fast schon Gefängniszellen, die Dusche im Bad ist nur eine in die Wand geschraubte Armatur und ein Abfluss im Badezimmerboden. Alles nicht sehr nobel, dafür billig.

Wir gingen noch ein bisschen spazieren, kehrten dann aber bald ein ins “Small Talk” ein touristisches aber irgendwie doch sehr lustiges Restaurant, in dem ein paar Männer servieren. Wir aßen allesamt das Tagesangebot, die gemischte Fischplatte, die aber dann etwas magerer ausfiel als wir sie uns vorgestellt hatten. Aber sonst wäre das Angebot auch ein bisschen zu gut gewesen. Die Atmosphäre war sehr nett, vor allem auch wegen der lustigen Kellner. Wir gingen zurück ins Hotel und saßen dort im Aufenthaltsraum noch eine Weile, um den Abend ausklingen zu lassen und den nächsten Tag zu planen.

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Tag 9: 02.09.2010 (Medemblik -> Hoorn)

Wie wir schon befürchtet hatten, wurde es über Nacht ziemlich kalt, doch auch dieses Mal konnte man gut warm duschen. Zum Frühstück gab es die gestern eigekauften Sachen, unter anderem “Karnemelk”, die – wie sich herausstellte nicht einfach Milch war – sondern eine Art Sauermilch, die zum gekauften Müsli nicht ganz so gut schmeckte. Schade, aber das sind halt so die Probleme, die man hat, wenn man eine Sprache nicht spricht und sich nicht die Zeit nimmt, sich mit irgendwelchen komischen Vorsilben zu beschäftigen…

Wir räumten die Hütte und fuhren weiter am Meer entlang, über Enkhuizen, auf dem Deich entlang. In der Nähe von Osterlek machten wir auf dem Zuiderdijk Pause. Wieder mit Meerblick, aber heute mit schlechterem Wetter, deswegen konnte man sich nicht so gut hinsetzen. Immer noch auf dem Deich entlang fuhren wir weiter nach Hoorn. Wir beeilten uns, zum Touristenbüro zu kommen, weil wir hofften, wieder etwas vermittelt zu bekommen. Wir vermuteten, dass es in Hoorn schwierig sei, etwas zu bekommen. Leider macht das VVV hier schon um 17:00 Uhr zu, und wir standen vor verschlossenen Türen. Wir machten uns doch auf eigene Faust auf die Suche, denn die Vorstellung, jetzt nochmal weiter zu fahren war doch irgendwie unangenehm. Die beiden Hotels in der Fußgängerzone waren nichts. Das eine war voll und das andere hatte 1-2 Sterne zu viel… Wir befragten mein Handy, das im Navigationsprogramm ein paar Hotels gespeichert hatte und fanden das in einer Nebenstraße gelegene “DeMagneet”, ein sehr nettes Hotel, sehr verwinkelt. Uns wurde gleich gezeigt, wo im Hof wir unsere Fahrräder abstellen konnten. Wir bekamen 2 Zimmer mit jeweils einem extra-Bad, wobei man das eine nur durch das andere betreten konnte. Auch hatte das hintere Zimmer kein Fenster nach draußen, so dass wir nachts die Tür zwischen den beiden Räumen offen lassen mussten.

Wir gingen ein wenig durch den Ort auf der Suche nach einem Esslokal und kehrten schließlich im Restaurant “De Klinker” ein. Das Essen war etwas teurer, aber ok, mein Fischsalat war ein wenig arg fett, aber die Atmosphäre samt Bedienung und Musik war sehr nett. Wir blieben noch ein bisschen sitzen und gingen dann wieder zum Hotel.

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Tag 8: 01.09.2010 (Den Helder -> Medemblik)

Zum Frühstück durften wir in der Wohnküche der Gastwirtin Platz nehmen. Sie gab sich viel Mühe, uns zu bedienen, es gab viererlei Marmeladen, Käse, Wurst, hartgekochte Eier, frisch aufgebackene Semmeln, Croissants und Brot. Außerdem bekamen wir Orangensaft und Tee zum trinken.

Wir verließen Den Helder, kamen am Flughafen vorbei, wo wir direkt über uns eine kleine Maschine aufsteigen sahen und fuhren dann auf dem Deich entlang, über den Damm, der das Amstelmeer von der übrigen Nordsee abgrenzt und machten kurz vor Den Oever auf einem Mäuerchen mit direktem Blick aufs Meer Brotzeitpause. Dann fuhren wir weiter nach Medemblik, wo wir uns nach Übernachtungsmöglichkeiten umsehen wollten.

Friederike hatte gelesen, dass es ganz in der Nähe Trekkershuitten geben sollte, wir riefen dort an und erfuhren, dass noch etwas frei war. Wir sollten uns aber beeilen – sagte der Wirt – er müsse nämlich in einer dreiviertel Stunde weg. Zum Fußballspielen, wie wir später erfuhren. Den Ort – Opperdoes – hatten wir schnell gefunden, taten uns dort aber ein wenig schwer, die Unterkunft zu finden. Der wohl schon etwas ungeduldige Besitzer der Hütten sah uns aber herumirren und rief uns zu sich.

Wir folgten ihm auf sein Grundstück, auf dem allerhand Zeugs rumstand. Darunter viele echte Bahnschilder und eine riesige Modelleisenbahn. Außerdem gab es auf dem Gelände eine Pfauenfamilie mit 3 Töchtern, wobei der Herr Vater immer nur herumstolzierte, während die Mutter ihren Schützlingen mühsam das Futter suchen beibrachte. Und es gab einige lustige Hühner auf dem Hof – einige hatten ganz breit wirkende Füße, weil sie dort auch noch Federn hatten, andere sahen ein bisschen aus wie Lamas. Der Besitzer des Platzes ist ein ganz lustiger Typ, der ziemlich gut Deutsch spricht.

Die Hütte bot nicht ganz so viel Comfort wie die letzte, zum Duschen musste man in ein extra Haus gehen, aber es gab zum sogar ein Klo in der Hütte und 5 Betten diesmal. Was es leider nicht gab, waren Decken. Die Hütte war mehr für Leute mit richtigen, dicken Schlafsäcken gedacht und es war schon abzusehen, dass es über Nacht in unseren dünnen Seidenschlafsäcken ein wenig frisch werden würde.

Wir fuhren in den Ort zurück, um dort wieder fürs Frühstück einzukaufen und um Abendessen zu gehen. Medemblik ist sehr touristisch, wir taten uns schwer, etwas vom Preis her passendes zu finden und gingen schließlich italienisch essen. Im “La Grotta” waren Wände und Decke dick mit Putz vollgeklatscht, so dass es aussah als müsste man ihn erst noch glattstreichen – so macht das Restaurant aber vom Aussehen her seinem Namen alle Ehre. Das Essen war in Ordnung, bedient wurden wir so wie Touristen halt bedient werden. Mehrmals wurden wir gefragt, ob wir noch etwas wollten. Wir blieben nicht sehr lange sitzen nach dem Essen, fuhren zurück zur Trekkershuitte und gingen – zugedeckt mit Jacken und anderen Kleidungsstücken – bald schlafen.

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Tag 7: 31.08.2010 (Warmenhuizen -> Callantsoog -> Den Helder)

Über Nacht wurde es dann doch ein wenig kalt in der Trekkershuitte, so dass am nächsten Morgen die warme Dusche sehr gelegen kam. Die Hütte schien noch wenig benutzt, was auch dem Badezimmerzustand sehr zugute kam. Schnell hatten wir die kleine Hütte durch unsere Anwesenheit samt Duschen wieder von 17 auf 19 Grad aufgeheizt und die Sonne tat ihr übriges. Unser Frühstück war gut und reichlich, wir kochten Tee, aßen Joghurt mit Obst, Brot mit Wurst und Käse und tranken Orangensaft. Anschließend räumten wir zusammen, kehrten kurz die Hütte aus und machten uns auf den Weg.

Wir fuhren durch die Dünenlandschaft, die auf den ersten Blick eigentlich wirkt, wie die heimatlichen Gebirgslandschaften. In Callantsoog machten wir auf einem kleinen Platz mitten zwischen verschiedensten Vögeln (Stare, Dohlen, Möven) Pause, während die schon gierig warteten, bis sie die zurückgelassenen Brösel verzehren konnten.

Am Meer entlang – teilweise ganz direkt – fuhren wir nach Den Helder. Um uns die Suche nach einer Unterkunft zu erleichtern, gingen wir ins VVV, das örtliche Touristenbüro, wo uns für eine Gebühr von 1,75€ pro Nase zwei Zimmer in einem sehr netten kleinen Bed and Breakfast “Gastvrij” am Ortsrand vermittelt wurden. Zur Unterkunft fanden wir nach einem kurzen Umweg dann doch relativ zügig, die Betreiberin des B&B öffnete uns die Türe und ließ ein, während wir noch etwas unsicher vor dem Haus standen, ob es hier wirklich wäre. Es stand nichts außen angeschrieben und wir hatten nur die Adresse gesucht. Die Fahrräder konnten wir hinten im Garten abstellen, wo sie vor Wetter und Diebstahl geschützt waren. Die Gastfrau wohnte wohl nur noch im Erdgeschoss und hatte die beiden darüberliegenden Stockwerke zu 4 Gästezimmern umgewidmet. Die Zimmer waren sehr gemütlich, allerdings mit Etagenklo und -bad.

Zum Abendessen fuhren wir nach Den Helder, die Gastwirtin hatte uns eine bestimmte Gegend empfohlen, wo es ganz viele Restaurants geben sollte. Dort war aber leider sowas von tote Hose, nirgends gab es etwas, das auch nur ungefähr nach Speiselokal aussah. Bestenfalls konnte man in manchen Lokalen etwas trinken. Wir fuhren also noch ein wenig durch den Ort, der am frühen Abend schon wirkte wie eine Geisterstadt, und fanden ein Lokal, das offen hatte. Ein asiatisches Restaurant “Nan King”, in dem wir ganz gut aßen. Es war etwas weniger salzig als in dem Asiaten aus Warmenhuizen, was sehr angenehm war. Wir fuhren zurück zur Unterkunft und gingen bald schlafen.

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Tag 6: 30.08.2010 (Heemskerk -> Warmenhuizen)

Die Nacht über tobte ein wilder Sturm, so dass ich immer wieder vom Auf- und Zuschlagen des Fensters geweckt wurde. Wir standen wieder um 8:00 Uhr auf, machten uns fertig und gingen rüber ins Burggebäude zum Frühstück – diesmal wieder das Standard-Jugendherbergsfrühstück.

Wir fuhren los und staunten sehr über die Größe der auf der Straße herumliegenden Äste. Anscheinend hatte der Wind hier noch etwas mehr getobt als an der Jugendherberge. Über Castricum und Heiloo kamen wir nach Alkmaar, wo wir in einem kleinen Park Brotzeit machten. Direkt neben einem “Drive-By”-Mülleimer übriges, mit großem Auffangnetz, in den man vom Fahrrad oder Moped aus seinen Abfall werfen kann. Eine ganz erstaunliche und kluge Erfindung.

Über Sint Pancras gelangten wir nach Warmenhuizen, wo wir eine Übernachtung suchen wollten. Ab hier hatten wir nichts mehr vorab reserviert, Friederike hatte sich aber informiert, wo es so genannte Trekkershuitten gab. Kleine Holzhütten, ein bisschen wie Gartenhäuser mit Betten drin. Die Comfort-Variante sogar mit Bad. Mit Hilfe eines freundlichen Dorfbewohners fanden wir zum ein paar Kilometer entfernt gelegenen Campingplatz mit 4 dieser Hütten. Wir hatten Glück – genau eine war frei, mit 4 Betten (in 2 Zimmerchen) und Bad.

Wir fuhren zurück nach Warmenhuizen, kauften Bier und Saft für den Abend und Frühstück ein und kehrten anschließend in einem asiatischen Restaurant “Peking” ein. Die Bedienung war sehr betont freundlich, das Essen ganz gut, aber ziemlich viel und salzig. Danach fuhren wir zurück zur Trekkershuitte, planten den nächsten Tag, schrieben Tagebuch und spielten noch eine kurze Runde Wizard, bevor wir schlafen gingen.

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Tag 5: 29.08.2010 (Leiden -> Haarlem -> Heemskerk)

Um kurz nach 8:00 Uhr standen wir auf, packten etwas zusammen, gingen zum Duschen hinüber zu Friederike und Wolfgang und schließlich um 9:30 Uhr zum Frühstücken. Diesmal gab es das erste Nicht-Jugendherbergsfrühstück. Es waren im Wohnzimmer der Gastfamilie ein paar Tische gedeckt, das Buffet war liebevoll hergerichtet und es gab etwas mehr Auswahl – von dem üblichen Brot dünnere Scheiben und einen Toaster, außerdem Kuchen und eine Auswahl von 20 Teesorten.

Gut gestärkt packten wir ein weiteres Mal unser Gepäck zusammen und fuhren gegen 10:30 Uhr los. Das GPS-Gerät ließ uns einen ziemlichen Umweg durch Leiden fahren, dann aber ging es auf dem möglichst direkten Weg an die Nordsee und hinein in die Dünen. Der Gegenwind, der uns geradeeben auf dem Weg zum Meer noch behindert hatte, blies uns jetzt brav durch die Dünenlandschaft, so dass wir die 30 km bis zum Zwischenstop in Haarlem zügig zurücklegen konnten.

Dort führte uns unser erster Weg zum Frans Hals Museum, wo ich draußen die Fahrräder bewachte, während die anderen die Bilder ansahen. Anschließend traten wir den restlichen Weg nach Heemskerk an. Es begann wieder zu regnen und wir zogen unsere Regenumhänge an. Etwas überaschend mündete unser Weg dann in eine Fährenanlegestelle. Auf der anderen Seite des Nordseekanals lag die dazugehörige Fähre. Wir gingen zu einem kleinen Wartehäuschen, um uns vor dem stärker werdenden Regen zu schützen, was der Regen promt zum Anlass nahm, sich in Sturzbächen zu ergießen. Auf der Fähre durften wir unter einem schützenden Dach stehen und ich kramte sogar meine Handschuhe raus, die ich halb aus Versehen eingepackt hatte, weil es so kalt war. Wir fuhren bei Regen weiter und erst kurz bevor wir in der Jugendherberge Heemskerk angekommen waren, ließ der Regen wieder nach.

Die Herberge in Heemskerk ist in der Assumburg, einer Burg, die zwar auf dem flachen Land stehend nicht durch die Lage auf einem Hügel geschützt ist, aber auf deren Zufahrt wir uns durch ein bestimmt Kilometer langes Netz von Wassergräben suchen muss. Wir hatten unseren Spass damit, das GPS half tapfer mit und wir kamen schließlich an. Unser Vierbettzimmer lag im Nebenhaus der eigentlichen Burg. Diesmal hatten wir uns Halbpension in der Jugendherberge gegönnt, gingen nur kurz zum Betten beziehen aufs Zimmer und dann gleich hinüber in den Haupttrakt zum Abendessen. Hinter dem Buffet stand der Koch persönlich und erklärte uns bei jeder der 5 Servierwannen, was darin sei und wie die verschiedenen Essen zusammengehörten. Das Essen an sich war ordentlich und danach saßen wir noch ein bisschen in einem Rittersaal mit sehr rustikalen Tischen und Stühlen, um unseren nächsten Reisetag zu planen.

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