Zum Frühstück durften wir in der Wohnküche der Gastwirtin Platz nehmen. Sie gab sich viel Mühe, uns zu bedienen, es gab viererlei Marmeladen, Käse, Wurst, hartgekochte Eier, frisch aufgebackene Semmeln, Croissants und Brot. Außerdem bekamen wir Orangensaft und Tee zum trinken.
Wir verließen Den Helder, kamen am Flughafen vorbei, wo wir direkt über uns eine kleine Maschine aufsteigen sahen und fuhren dann auf dem Deich entlang, über den Damm, der das Amstelmeer von der übrigen Nordsee abgrenzt und machten kurz vor Den Oever auf einem Mäuerchen mit direktem Blick aufs Meer Brotzeitpause. Dann fuhren wir weiter nach Medemblik, wo wir uns nach Übernachtungsmöglichkeiten umsehen wollten.
Friederike hatte gelesen, dass es ganz in der Nähe Trekkershuitten geben sollte, wir riefen dort an und erfuhren, dass noch etwas frei war. Wir sollten uns aber beeilen – sagte der Wirt – er müsse nämlich in einer dreiviertel Stunde weg. Zum Fußballspielen, wie wir später erfuhren. Den Ort – Opperdoes – hatten wir schnell gefunden, taten uns dort aber ein wenig schwer, die Unterkunft zu finden. Der wohl schon etwas ungeduldige Besitzer der Hütten sah uns aber herumirren und rief uns zu sich.
Wir folgten ihm auf sein Grundstück, auf dem allerhand Zeugs rumstand. Darunter viele echte Bahnschilder und eine riesige Modelleisenbahn. Außerdem gab es auf dem Gelände eine Pfauenfamilie mit 3 Töchtern, wobei der Herr Vater immer nur herumstolzierte, während die Mutter ihren Schützlingen mühsam das Futter suchen beibrachte. Und es gab einige lustige Hühner auf dem Hof – einige hatten ganz breit wirkende Füße, weil sie dort auch noch Federn hatten, andere sahen ein bisschen aus wie Lamas. Der Besitzer des Platzes ist ein ganz lustiger Typ, der ziemlich gut Deutsch spricht.
Die Hütte bot nicht ganz so viel Comfort wie die letzte, zum Duschen musste man in ein extra Haus gehen, aber es gab zum sogar ein Klo in der Hütte und 5 Betten diesmal. Was es leider nicht gab, waren Decken. Die Hütte war mehr für Leute mit richtigen, dicken Schlafsäcken gedacht und es war schon abzusehen, dass es über Nacht in unseren dünnen Seidenschlafsäcken ein wenig frisch werden würde.
Wir fuhren in den Ort zurück, um dort wieder fürs Frühstück einzukaufen und um Abendessen zu gehen. Medemblik ist sehr touristisch, wir taten uns schwer, etwas vom Preis her passendes zu finden und gingen schließlich italienisch essen. Im “La Grotta” waren Wände und Decke dick mit Putz vollgeklatscht, so dass es aussah als müsste man ihn erst noch glattstreichen – so macht das Restaurant aber vom Aussehen her seinem Namen alle Ehre. Das Essen war in Ordnung, bedient wurden wir so wie Touristen halt bedient werden. Mehrmals wurden wir gefragt, ob wir noch etwas wollten. Wir blieben nicht sehr lange sitzen nach dem Essen, fuhren zurück zur Trekkershuitte und gingen – zugedeckt mit Jacken und anderen Kleidungsstücken – bald schlafen.